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Bewegender Einblick in Gärtnerfamilie

Von Frank Jacob

Die traditionsreiche Gärtnerfamilie Bosse war im 18. Jahrhundert in den Dienst der herzoglich-oldenburgischen Familie getreten. Sie war für die Gestaltung der Rasteder Park- und Gartenanlagen verpflichtet worden.

 

OLDENBURG/RASTEDE. Es sei eine ungewöhnliche, beklemmende Situation, sagt Jürgen Herold vom Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur und Heimatkunde und fügt erklärend hinzu: „Weil jemand nicht da ist, der hier sitzen müsste: Margarethe Pauly.“ Rastedes langjährige Gemeindearchivarin war am 10. Mai unerwartet im Alter von 80 Jahren verstorben.

So kann sie nicht mehr dabei sein, als im Palais das von ihr herausgegebene Buch „Die Lebenserinnerungen des Hofgärtners Gottlieb Bosse (1799-1885)“ vorgestellt wird. Es erscheint im Isensee-Verlag als Band 33 in der Reihe Oldenburger Forschungen. Neben Verleger Florian Isensee sind bei der Präsentation auch die Förderer anwesend: die Gemeinde Rastede, die Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens und die Firma Bruns Pflanzen.

Herold, der das Buchprojekt koordinierte, sagt: „Margarethe Pauly hat viel Mühe aufgewendet, damit die Bosse-Erinnerungen in den Druck gehen konnten.“ Um das Buch fertig zu bekommen, habe sie andere Projekte beiseite geschoben. Was die frühere Gemeindearchivarin über den Fund der Bosse-Aufzeichnungen hätte berichten können und was sie letztlich zur Veröffentlichung getrieben hat, kann nun nicht abschließend geklärt werden.

Gottlieb Bosse, 1799 in Rastede geboren, entstammt einer traditionsreichen Gärtnerfamilie. Sein Onkel Carl Ferdinand Bosse war 1784 in den Dienst der herzoglich-oldenburgischen Familie getreten und für die Gestaltung der Rasteder Garten- und Parkanlagen verpflichtet worden. Gottlieb Bosses Vater, Christian Ludwig Bosse, setzte die Arbeit als Hofgärtner fort und war auch in Oldenburg tätig. Gottlieb Bosse selbst wurde ebenfalls ein bedeutender Hofgärtner – in Böhmen, schildert Margarethe Pauly in ihrem Buch.

Das gut 130 Seiten starke Werk über den Hofgärtner Bosse könne man als Familiengeschichte, als Berufsgeschichte oder als Reisegeschichte lesen, erläutert Herold. Die Lebenserinnerungen ließen sich zudem als Beitrag zur Arbeitsmigration oder zur Migration im Allgemeinen lesen. Und natürlich erhalte der Leser auch einen Einblick in das Rastede der damaligen Zeit.

„Wenn man das Buch heute liest, kommt man sich ein kleines Stück vor wie ein Voyeur, der in Familiengeheimnisse eindringt“, sagt Herold. Aber dies mache ja in fiktionaler Literatur häufig das Interesse aus. Der ursprüngliche Text sei wohl nie zur Publikation bestimmt gewesen und sollte vermutlich ins Familienarchiv eingehen, sagt Herold. Denn: „Zum Teil wird recht harsche Kritik an Personen des öffentlichen Lebens geäußert, auch die eigene Familie wird nicht geschont.“ Das Buch „Die Lebenserinnerungen des Hofgärtners Gottlieb Bosse“ ist im Isensee-Verlag erschienen (ISBN: 978-3-7308-1527-4). Es kostet 12,80 Euro.

NWZ 05.06.2019

Rosen- und Staudentage in Oldenburg

 

Ein Genuss für alle Sinne

 

Wolfgang Alexander Meyer

 

Das Konzept der Veranstalter ist aufgegangen: Schöne Blumen, Kaffee und leckerer Kuchen, dazu auch noch gutes Wetter und die besondere Atmosphäre des Küchengartens.

 

Oldenburg „Es ist einfach nur schön hier“, sagt Bärbel Boedecker. Sie sitzt mit ihrem Mann Rainer im Küchengarten des Oldenburger Schlossgartens und lässt sich ein Stück Kirschkuchen schmecken. Um die beiden herum summt und brummt es, der Wind weht in einer leichten Brise und trägt immer mal wieder den Duft verschiedener Rosen mit sich.

Die Atmosphäre während der Rosen- und Staudentage im Schlossgarten ist idyllisch. Es wirkt fast wie in einem Rosamunde Pilcher-Film. Es gibt kaum einen Gast, der nicht irgendwann zufrieden lächelt, während er die Blumen betrachtet.

 

Besucher kommen gezielt vorbei

„Genau das ist das Ziel der Veranstaltung“, sagt Trixi Stalling, Leiterin des Schlossgartens. Bereits seit etwa zehn Jahren organisiert sie die Rosen- und Staudentage und freut sich, dass die Besucher das Programm so gut annehmen. „Die meisten Leute kommen ganz gezielt hier her, um sich Inspiration zu holen und sich dann auch die gewünschten Rosen zu kaufen“, berichtet Stalling.

Vor fünf Jahren habe sie den Rosengarten im Schlossgarten erneuert und die neuen Pflanzen würden viele Besucher begeistern. „Das sind alles alte Sorten mit offenen Blüten, von denen jede auch duftet“, erklärt die Gartenleiterin weiter. Eine der gefragtesten davon sei eine buschig wachsende Sorte mit dem Namen „Bienenweide“.

 

Vom Kuchen wird nichts übrig bleiben

Ebenfalls gefragt bei den Besuchern: Der selbst gebackene Kuchen, den der Verein „Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens“ servierte. „Wir haben etwa 40 Kuchen für das Wochenende, die wir verkaufen, davon wird am Ende nichts übrig bleiben“, ist sich Dr. Werner Hanisch aus dem Vereinsvorstand sicher.

 

Das Geld, das der Verein durch den Verkauf einnimmt kommt dem Schlossgarten zugute. „Davon werden zum Beispiel Neuanpflanzungen oder Bänke bezahlt“, erklärt Hanisch, der mit neun weiteren Helfern im Einsatz ist, um den Besuchern einen möglichst angenehmen Aufenthalt zu bieten.

 

https://www.nwzonline.de/oldenburg/wirtschaft/oldenburg-rosen-und-staudentage-in-oldenburg-ein-genuss-fuer-alle-sinne_a_50,4,3554698600.html

 

Saisoneröffnung im Lesepavillon

An die Mitglieder der Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Schlossgartens,


mit diesem Rundschreiben wollen wir kurz über unsere Aktivitäten und die Lage des Schlossgartens informieren und Sie zu unserem Teetrinken am 27. April 2017 sowie zu weiteren Veranstaltungen des Schlossgartens einladen.
Im letzten Jahr konnten wir den Schlossgarten mit etwas mehr als 18.000 € unterstützen. Mit diesem Betrag wurden Bäume, Pflanzen und Bänke erworben sowie die weitere Tätigkeit der Parkaufsichten gesichert. Dies gelang nur, weil Sie - unsere Mitglieder und Freunde - uns mit Spenden und der Zahlung Ihrer Mitgliedsbeiträge tatkräftig unterstützt haben.
Wir danken Ihnen sehr für Ihr Engagement! Auch in diesem Jahr wollen wir mit Ihrer Unterstützung daran mitarbeiten, den Schlossgarten denkmalgerecht und attraktiv zu erhalten. Wir haben uns sehr daruüber gefreut, dass in den letzten Jahren ein Teil der Gebäude und Wege im Garten saniert wurden und 2017 die historische Wegeführung in Nähe des Pulverturms wiederhergestellt werden konnte. Hier sind erhebliche Mittel investiert worden. Unser finanzielles Engagement für den Garten ist aber weiter erforderlich, weil das Land Niedersachsen, der Eigentümer des Schlossgartens, nur in sehr begrenztem Umfang Mittel für die laufende Unterhaltung des Parks bereitstellt. So werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass teilweise mutwillig beschädigten Bänke ersetzt bzw. repariert werden, endlich der Garten mit optisch akzeptablen Müllgefäßen ausgerüstet und – in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Schlossgartens – die Tätigkeit der „Schlossparkranger“ gesichert wird. Weiter werden wir immer wieder öffentlichkeitswirksam deutlich machen, welches Glück Oldenburg hat, mitten in der Stadt einen Landschaftsgarten mit historischer Bedeutung zu haben, der die Möglichkeit bietet, sich an der Natur zu erfreuen, sowie Ruhe und Entspannung zu finden. Gerade diesen „Gartengenuss“ gilt es zu sichern, weil die Zahl der Besucherinnen und Besucher, die sich nicht entsprechend der Gartenordnung verhalten, leider - ebenso wie Vandalismus und ruhestörender Lärm - in den letzten Jahren zugenommen hat.
Dagegen konsequent vorzugehen, ist nicht einfach, aber notwendig, um den Park für alle attraktiv zu erhalten. Auch hierfür haben wir uns im letzten Jahr besonders eingesetzt und das Problem zum Thema im Schlossgartenbeirat gemacht. Wir hoffen, dass auch das Land diese Probleme genügend erkennt und hier Mittel z. B. für einen Ordnungsdienst zur Verfügung stellt.

 

Lassen Sie uns mit Optimismus nach vorn schauen!

 

Es wird (hoffentlich bald!) Frühling und die Gartensaison im Schlossgarten beginnt!

Wir laden Sie sehr herzlich zu unserer Saisoneröffnung, dem Teetrinken im Teepavillon, am Freitag, dem 27. April um 16:00 Uhr ein. Beim Tee wird uns der Historiker Martin Teller in den Großen Herrengarten, einem Vorläufer des Schlossgartens, der im 17. Jahrhundert im Bereich des heutigen Dobbenviertels bestanden hat, entführen. Dieser Ausflug in die Zeit Graf Anton Günthers verspricht interessant zu werden!

 

Am Dienstag, dem 29. Mai 2018, werden wir um 18.00 Uhr unsere jährliche Mitgliederversammlung durchführen. Voraussichtlich auch im Mai – der genaue Termin steht noch nicht fest – soll unsere erste Exkursion stattfinden. Zu beiden Veranstaltungen werden wir Sie gesondert einladen. Den Termin der Mitgliederversammlung, die Termine unserer Veranstaltungen „Gut beHütet“, Tag des offenen Denkmals und Advents-punsch entnehmen Sie bitte der anliegenden Übersicht, die Sie auch über Veranstaltungen des Schlossgartens informiert.

 

Mit herzlichem Gruß - bis zum 27. April im Schlossgarten

 

Ihr

Besuch beim Kloster Ihlow

Die Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens e.V. besucht den imaginären Nachbau von Kloster Ihlow

 

Die erste Exkursion 2018 führte die Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens nach Kloster Ihlow, das in einem von Zisterzienser - Mönchen im Mittelalter angelegten Wald zwischen Emden und Aurich gelegen ist. Zu der Zeit gab es zwischen Groningen und Bremen 28 Klöster, von denen uns nur das Kloster Hude als Ruine erhalten geblieben ist.

Die Teilnehmer waren sehr beeindruckt vom imaginäre Nachbau des im Mittelalter errichteten Klostergebäudes: Mit Efeu überwachsene Matten aus Stahlgitter stellen die Mauern der 68 m. langen und 35 m. breiten Kirche. nach. Chor und Altarraum sind in einer Holz-Stahl-Konstruktion in Orginalgröße nachgebildet. Auch die Unterkirche mit Informations- und Andachtsraum sowie der angrenzende, vierteilige Klostergarten, der nach Überlieferungen des Klosterplanes von St.Gallen und weiteren Quellen des Mittelalters angelegt worden ist, fanden große Aufmerksamkeit.

                                                                       

Foto: Kurt Müller-Meinhard

Foto: Gisela Bier-Wißmann

Gartenflohmarkt im Küchengarten

Am Samstag, dem 28.4. fand der von der Schlossgartenverwaltung organisierte traditionelle Gartenflohmarkt statt, der bei gutem Wetter regen Zuspruch fand. Es wurde getauscht und gehandelt und auch gerne Kaffee und von Teilnehmern gespendeter Kuchen genossen.

Hier einige Eindrücke:

 

Pressemitteilung

 

Bingo-gefördert: Ein Dorado für Schwalben entstand im Schlossgarten - Zahlreiche Kunstnester angebracht

 

Schwalben sollen es gut haben im Schlossgarten: Dafür wurde nun kräftig Hand angelegt. Im über 16 Hektar großen, historischen Parkgelände, einem idealen Lebensraum mit seinen Wiesne, Bäumen, Sträuchern und Gewässern und den dort lebenden Insekten als Nahrung wurden am Donnerstag zahlreiche Nisthilfen für die wendigen Flieger angebracht, rechtzeitig vor deren in wenigen Wochen anstehender Rückkehr aus den afrikanischen Winterquartieren.

Ermöglich wurde diese Aktion, bei der 70 Mehlschwalben-Doppelnester und 30 Rauchschwalbennester - Kunstnester, die die Schwalben oft auch dazu inspirieren, weitere selbst daneben zu bauen - an Gebäuden unter dem Dachvorsprung angebracht wurden, durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die die Nester mit fast 2.000 Euro finanzierte. Die Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens hatte dafür einen Antrag an die Stiftung gerichtet. Die fachliche Beratung erfolgte durch NABU-Geschäftsführer Rüdiger Wohlers, der am Donnerstag mit Schlossgartenchefin Trixi Stalling selbst Hand anlegte.

Spaziergang im Februar 2018