Über Freunde des Schloßgartens e.V.

60 Jahre Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens



Am 13. Februar 1952 wurde die Oldenburger Bevölkerung aufgerufen, sich zu einer Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens zusammenzuschließen. Dieser Aufruf war von mehr als 60 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet und wurde in der NWZ abgedruckt. Hintergrund war eine Verkehrsplanung der Stadt Oldenburg, die vorsah, durch den Schlossgarten eine Verbindungsstraße zwischen der Umgehungsstraße und der Gartenstraße zu bauen. Weiter war die Frage, ob ein Kleingartengelände, das im Eigentum der Stadt Oldenburg stand, dem Schlossgarten zugeordnet werden sollte, Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Diese „Bürgerinitiative“ hatte Erfolg. Die Verbindungsstraße wurde nicht gebaut, der Schlossgarten konnte erweitert werden. Dies hing auch damit zusammen, dass die Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens für diese Erweiterung Spenden in Höhe von über 50.000 DM gesammelt hatte.

 

Diese zwei Ziele aus der Gründungszeit prägen die Aufgaben der Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens, die aktuell über 300 Mitglieder hat, bis heute.

 

Das ist zum einen der Einsatz für den Schlossgarten und die Unterstützung der Schlossgartenverwaltung in vielfältiger Weise, z.B. durch die Vermittlung von Spenden, die Übernahme von Kosten für Anpflanzungen und – auch mit der Hilfe von Sponsoren - die Erhaltung von Baulichkeiten und die Steigerung der Attraktivität des Schlossgartens.

So wurden und werden laufend erhebliche Mittel für Nachpflanzungen, die Erneuerung von Bänken, Kübeln, oder der Pergola im Rosengarten aufgebracht. Weiter hat die Gemeinschaft die Wiederherstellung der Balustrade am Schlossteich, die Renovierung des Teepavillons und die Ausstattung und bauliche Verbesserungen der Schauhäuser, insbesondere des Tropenhauses sowie die Errichtung eines Entenhauses für den Schlossteich mit eigenen und Geldern von Sponsoren erheblich unterstützt oder auch insgesamt finanziert.

In 2012 ist geplant, das Tropenhaus mit einer Befeuchtungs- und Benebelungsanlage auszustatten, deren Kosten von mehr als 20.000 € im Wesentlichen von der Gemeinschaft übernommen werden.

Die Mittel für diese Projekte gewinnt die Gemeinschaft durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und den Erlös von Veranstaltungen, wie dem Benefizfrühstück und dem Adventspunsch, bei denen sie eng mit der Verwaltung des Schlossgartens zusammenarbeitet.

 

Zum anderen setzt sich die Gemeinschaft für die Erhaltung des Schlossgartens als gartenhistorisches Denkmal ein. Dazu war es in der Vergangenheit erforderlich, sich gegen Bau- und Straßenausbauvorhaben, die den Bestand des Schlossgartens geschmälert hätten, auszusprechen und Widerstand gegen diese Pläne zu organisieren. Dabei war die Gemeinschaft häufig erfolgreich. Der 1966 gefasste Plan, das Parkplatzgebäude neben dem Elisabeth-Anna-Palais auf Kosten alter Baumgruppen des Schlossgartens zu erweitern, wurde ebenso wenig verwirklicht wie die ursprünglich von der Stadt angestellte Erwägung, Randstreifen des Schlossgartens für Parkplätze des Huntebades in Anspruch zu nehmen oder (1971/1972) durch Verbreiterung des Schlosswalls das Gebiet des Schlossgartens zu verringern.

 

Diese Aufgabe ist unverändert aktuell. So hat sich die Gemeinschaft in den letzten Jahren mit Erfolg dafür eingesetzt, dass der Schlossgarten weiter vom Land Niedersachsen verwaltet wird und sich entschieden gegen die ‑ mittlerweile zum Glück aufgegebenen ‑ Pläne, das Elisabeth-Anna-Palais zu einem Hotel umzubauen und die dafür notwendigen Parkplätze durch Errichtung eines Parkhauses auf 600 m² der Fläche des Schlossgartens zu schaffen, ausgesprochen.

Für die Gemeinschaft steht die Erhaltung des Schlossgartens als Gartendenkmal und Ort des Naturgenusses im Zentrum der Überlegungen. Deshalb lehnt sie auch feste auf dauernde Nutzung gerichtete Bauten im Garten, insbesondere im Küchengarten ab. Auch stellt sie sich allen Plänen entgegen, die unter Aufgabe der historischen Substanz eine stärkere wirtschaftliche Nutzung des Schlossgartens anstreben.

 

Sorge bereitet der Gemeinschaft ein 2011 von der Landesverwaltung eingeholtes Gutachten mit dem Titel „Entwicklungs- und Nutzungskonzept Schlossgarten Oldenburg“. Es ist bislang der Gemeinschaft nicht zugänglich gemacht worden, obwohl sie im Beirat des Schlossgartens vertreten ist. Die wenigen Informationen, die bislang über dieses Konzept vorliegen, sind beunruhigend, weil es eine intensivere Nutzung von Teilen des Schlossgartens für Veranstaltungen und erhebliche Veränderungen im Küchengarten und in anderen Teilen des Schlossgartens vorschlagen soll.

Soweit dadurch die historische Substanz und die Erhaltung des Gartendenkmals Schlossgarten beeinträchtigt werden, wird die Gemeinschaft diesen Plänen entschieden entgegentreten. Der Schlossgarten ist ein Ort des Naturgenusses. Er ist lebendig und soll durchaus durch kleinere Veranstaltungen für Besucher attraktiv bleiben. Allein von wirtschaftlichen Gesichtspunkten geprägte Nutzungen sowie Großveranstaltungen sind weder mit dem Charakter des Gartens noch mit den Regelungen des Denkmalschutzrechts vereinbar.

Die Gemeinschaft der Freunde des Schlossgartens wird weiter darüber wachen, dass das „Schmuckstück“ und Gartendenkmal Schlossgarten nicht aufgrund von kurzsichtigen, insbesondere wirtschaftlichen Überlegungen beeinträchtigt oder in Teilen zerstört wird.